Natascha Sadr Haghighian

Preisträgerin 2000

Natascha Sadr Haghighians künstlerische Praxis ist formal und stilistisch schwer einzugrenzen: Ihr "Repertoire" umfasst Videos und Performances genauso wie (Klang-) Installationen, CD-ROMs, Comics, Computer-Animationen und Dokumentarfilme. Ihr wiederholt angewandtes Prinzip ist das Einnehmen und Herausheben unterschiedlicher Betrachterstandpunkte. Sie zerlegt Bildzusammenhänge, fokussiert einzelne Elemente, legt Bildachsen frei und versucht dabei, die Bedingungen des Zustandekommens des Bildmaterials mit aufzuzeigen. Häufig rekombiniert sie das so gewonnene Material und schafft Überlagerungen.

Dieses Vorgehen gilt nicht nur für die visuelle Ebene: Im Rahmen der Ausstellung "La Ville, la Mémoire, le Jardin"  schuf sie im Garten der Villa Medici eine Klanginstallation. Sie nahm die nächtliche Geräuschkulisse des Gartens auf, um ausgewählte Fragmente über Lautsprecher, die fast unbemerkt in den Bäumen hingen, tagsüber abzuspielen. Diese subtile Intervention führte zu einer deutlich spürbaren Realitätsverschiebung.

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