Ute Hörner /
Mathias
Antlfinger

Preisträger 2000

Ute Hörner und Mathias Antlfinger untersuchen Prozesse medialen Wandels. Im Mittelpunkt ihrer Analysen stehen Veränderungen des Arbeitsbegriffs und der Kommunikation unter dem Einfluss der Computertechnologien. Sie verbinden medientheoretische Ansätze mit digitalem Know-How und plazieren ihre Überlegungen in gestalterisch "analogen", häufig der Kindheit entlehnten Bildwelten: in der Installation "Schneewittchen und Zwerge" wird zum Beispiel das Verhältnis von Kunst und elektronischen Medien themastisiert. Ein von Hörner/Antlfinger sorgfältigst geschneidertes Schneewittchen gewährt den sieben Zwergen, die auf antiquierten Monitoren leben, unter seinem Gewand großzügig Unterschlupf. Die Zwerge erweisen sich sich als Personifikationen der "artes liberales": auf Knopfdruck demonstrieren sie ihre Kompetenzen und empfehlen sich als digital reforeformierbare Wesen. Auch die im Rahmen der ars viva entworfene Arbeit "I want to believe. Gebirgszelt mit schlafendem Yeti." spitzt die Verbindung von medientheoretischen und humoristisch-fiktionalen Strängen zu: Hörner/Antlfinger richten hier einen Meditationsraum für Avatare ein. Die bei Internetcharts zugelegten fiktiven Identitäten führen - einmal zum Leben erweckt - ihre Existenz im Netz unabhängig fort. Als Ausgleich für die von Charts überstrapazierten Avatare initiieren sie einen Ort, an dem geschwiegen werden darf.

Schneewittchen und Zwerge, 1999
Fuzzy & Logic, 1999
Monokroms EntwederOder, 1997